Was ist Auslands roaming“?

Vorgeschlagene Roaming-Verordnung - Erschwinglichkeit und Transparenz

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Nehmen wir einmal an, Sie verlassen Ihr „Heimatland" und fahren in das gewünschte „Zielland". Was wird nun aus Ihrem Handy? Funktioniert es auch im Ausland? Schließlich haben Sie nur einen Vertrag mit Ihrem Netzbetreiber zu Hause (ihr “Heimnetzbetreiber“), den es aber im Zielland gar nicht gibt. Wie können Sie aber dennoch angerufen werden und selbst telefonieren?
 
Die Antwort:
  • Sobald Sie die Grenze passieren, beginnt das „Roaming", d. h. Ihr Handy bucht sich automatisch in das Mobilfunknetz des Ziellandes ein. Dieser „Gastnetzbetreiber" übernimmt nun die Abwicklung des letzten Teilabschnitts aller Anrufe, die Sie empfangen oder selbst tätigen;
  • Anstatt Ihnen aber eine eigene Rechnung zu schicken, stellt er diese Leistung Ihrem Heimnetzbetreiber in Rechnung, und zwar zu einem zwischen beiden Betreibern vereinbarten Großkundentarif.
  • Ihr Heimnetzbetreiber wiederum setzt Ihnen diese Entgelte auf die nächste Rechnung, wobei diese für den Privatkunden höher ausfallen, als der zwischen beiden Betreibern vereinbarte Großkundentarif.

Es gibt meistens mehrere Netzanbieter im Zielland, aber wahrscheinlich wurden Sie automatisch in das Netz eines Gastnetzanbieters eingebucht (und haben wohl eine „Willkommen-SMS“ erhalten), da die Mobilfunkanbieter in ganz Europa Roaming-Abkommen geschlossen haben. Trotzdem gilt:

  • Wenn Sie sich nicht gerade über die internationalen Roaming-Tarife ihres Mobilfunkbetreibers informiert haben, dann ahnen Sie wahrscheinlich kaum, welche Kosten beim Reisen ins Ausland auf Sie zukommen werden.
  • Sie können Ihren Gastnetzbetreiber selbst auswählen - Sie müssen nur die richtigen Tasten auf ihrem Handy drücken.

Weitere Schritte:

  • In Wirklichkeit ist das ganze etwas komplizierter. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, lesen Sie unten die ausführlichen Informationen. (below).
  • Wie bekomme ich den günstigsten Tarif?
  • Roaming-Tarife aller in Deutschland ansässigen Mobilfunkbetreiber.
  • Weitere Informationen finden Sie im ABC des Roaming und in den häufig gestellten Fragen.

Ausführliche Informationen
Die obige Beschreibung ist zwar für den Anfang nicht schlecht, die Realität jedoch ist etwas komplizierter. Wenn Sie mehr Geld sparen möchten, hilft Ihnen dieser ausführlichere Abschnitt weiter.

Was eigentlich passiert, hängt davon ab, ob Sie:
1. nach Hause anrufen

  • Anrufe nach Hause
    Was passiert eigentlich bei Anrufen nach Hause und wofür zahlt man?
    Nehmen wir an, Sie befinden sich im Urlaub in irgendeinem #dest" target="_blank">Zielland und möchten Ihre Freundin per Handy anrufen:
  1.  
    1. Sie wählen die gewünschte Mobilfunknummer. Ihr #host_net" target="_blank">Gastnetzbetreiber erhält Ihren Anruf.
    2. Da es sich um eine internationale Nummer handelt, leitet er den Anruf über den „internationalen Transfer“ zum #home_net" target="_blank">Heimnetzbetreiber Ihrer Freundin weiter.
    3. Dieser leitet den Anruf wiederum an Ihre Freundin weiter. Die Verbindung wird aufgebaut.

2. oder einen Anruf von zu Hause bekommen

Das ABC des Roaming
3G
3G
bezeichnet die Mobilfunktechnologien der dritten Generation. Wie bei GPRS, können auch bei 3G-Mobilfunksystemen sowohl Sprache als auch Daten, wie E-Mails und Digitalphotos, übertragen werden. Anders als GPRS erlauben 3G-Systeme Datenübertragungsgeschwindigkeiten von über 2Mbit/s seinen Benutzern den Empfang und Versand von Videos, das schnelle Surfen im Internet, Videotelefonie und vieles mehr.

ERG - Gruppe europäischer Regulierungsstellen
Die Einrichtung der Gruppe Europäischer Regulierungsstellen dient der einfacheren Zusammenarbeit zwischen den nationalen Regulierungsbehörden jedes EU-Mitgliedstaates und der Europäischen Kommission, und somit einer einheitlicheren Anwendung der neuen Rechtsvorschriften im Bereich der elektronischen Kommunikation in allen Mitgliedstaaten. (siehe „Gesamtübersicht“). Mitglieder des ERG sind die Leiter der nationalen Regulierungsbehörden. Ihr Sekretariat wird von der Kommission in Brüssel gestellt.
Fax- und Datenübertragung im Ausland
Das Prinzip der Datenübertragung im Ausland gleicht dem des Auslandsroaming. Der Unterschied besteht darin, dass Sie in diesem Fall das Mobiltelefon im Ausland für bestimmte Dienste, z.B. Surfen im Internet oder E-Mail, nutzen.

Funkfrequenzen
Von Satelliten- oder terrestrischen Fernsehstationen bis hin zum Schlüsselanhänger, der ein Auto mittels Fernbedienung öffnet, nutzt jedes kabellose Gerät, das Informationen sendet und empfängt, Funkfrequenzen. In der Informationsgesellschaft gelten sie zunehmend als knappe Ressource, was die Europäische Kommission dazu veranlasst hat, ihre Verwaltung gemeinsam mit den Mitgliedstaaten zu regeln, um eine effizientere Frequenznutzung zu erreichen. Mehr dazu in der „Gesamtübersicht".

GPRS
General Packet Radio Service (GPRS) ermöglicht seinen Anwendern als erstes Mobilfunksystem, sowohl Sprachanrufe als auch die Datenübertragung zu angemessenen Geschwindigkeiten sowie das Internet-Surfen unterwegs, den Versand von E-Mails, Digitalphotos und anderen Dateien. GPRS wird auch als „2,5G" bezeichnet und ist die Übergangslösung zwischen GSM-Mobilfunkgeräten der „zweiten Generation" und Geräten, die sich für Hochgeschwindigkeitsdienste der „dritten Generation" (3G) eignen.

GSM
Der weltweit häufigste Mobilfunkstandard ist das Global System for Mobile Communications (GSM) - mehr als eine Milliarde Menschen in über 200 Ländern benutzen GSM-Mobiltelefone. Der GSM-Mobilfunkstandard wurde im Rahmen EU-finanzierter Forschungsprojekte entwickelt und durch europäische Rechts- und Verwaltungsvorschriften in ganz Europa eingeführt. Europäische Unternehmen brachte dieser an die Spitze der Mobilfunktechnologie. Handys und Mobiltelefongespräche sind seither für jeden erschwinglich. – siehe „Gesamtübersicht".

Gastnetzbetreiber
Der Mobilfunkbetreiber im Zielland, in dessen Netz Sie telefonieren, Daten empfangen bzw. senden oder andere Dienste nutzen.

Hauptzeiten
Die Hauptzeiten liegen in der Regel zwischen 8 und 7 Uhr wochentags (von montags bis freitags), wobei diese von Betreiber zu Betreiber variieren können. Anrufe können zu den Hauptzeiten erheblich teurer sein als zu Nebenzeiten oder am Wochenende.

Heimnetzbetreiber
Der Mobilfunkbetreiber bei dem Sie Vertrags- oder Prepaid-Kunde in ihrem Heimatland sind.

IKT
Die Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen es, Informationen in digitaler Form zu empfangen, zu speichern, abzurufen, zu verarbeiten und zu versenden. Der Begriff umfasst sowohl Hardware als auch Software und trägt der Tatsache Rechnung, dass die Informationen jetzt digitalisiert und in elektronische Computersprache umgewandelt werden können. Somit können die unterschiedlichsten Daten, wie Digitalbilder und technische Zeichnungen über das Internet oder andere Kommunikationssysteme verschickt und auf dem Computer bearbeitet werden. Dies ermöglicht eine Konvergenz der Bereiche Telekommunikation, Computer und Rundfunk.

NRB
Jeder Mitgliedstaat verfügt über seine nationale Regulierungsbehörde (NRB), ein unabhängiges Gremium dass die Einhaltung der nationalen Telekommunikationsgesetze überwacht. Ihre Rolle besteht darin, für eine effiziente Anwendung der Vorschriften zu sorgen und den Wettbewerb zwischen den Telekommunikationsbetreibern anzukurbeln, um die Preise für Verbraucher und Unternehmen zu senken. Eine Liste aller in Europa bestehenden NRB ist hier erhältlich.

Prepaid und Postpaid
Es gibt zwei Bezahlmöglichkeiten bei der Handybenutzung. Bei der Prepaid-Variante, kauft man eine Karte zu einem bestimmten Wert, die zu gewissen Gesprächsminuten berechtigt. Da in diesem Fall in der Regel keine Vertragsbindung zu einem bestimmten Mobilfunkbetreiber besteht, sind die Preise üblicherweise höher als bei den „vertragsgebundenen" Tarifen, bei denen man einen Vertrag mit einer bestimmten Laufzeit unterschreibt und erst rückwirkend – also nachdem man die Anrufe getätigt hat – im allgemeinen am Ende des Monats eine Rechnung erhält. Die meisten Mobilfunkbetreiber bieten beide Varianten an – auf der Seite „Finde Deinen Mobilfunkanbieter", finden Sie eine Übersicht aller nationalen Mobilfunkbetreiber.

Roaming („Auslandsroaming“)
Der Begriff Roaming steht für die Handybenutzung im Ausland, daher auch der Ausdruck „Auslandsroaming“. Siehe „Was ist eigentlich Auslandsroaming?".

SIM-Karte
Der Begriff „Subscriber Identity Module (SIM)" beschreibt einen kleinen Chip, der einen Code zur Erkennung des Mobilfunkabonnenten enthält. SIM-Karten werden üblicherweise für GSM-Handys benutzt. Die Karte enthält außerdem Speicherplatz für persönliche Informationen, wie Kurznachrichten, Kalendereintragungen oder Telefonnummern.

SMS
Die meisten digitalen Mobiltelefone sind in der Lage SMS (Textnachrichten, Kurzmitteilungen, etc.) zu senden und zu empfangen. Dank des Kurznachrichtendienstes („Short message service“) ist der Versand zwischen Mobiltelefonen, anderen handfertigen Geräten und sogar Festnetztelefonen möglich.

UMTS
UMTS
(Universal Mobile Telecommunications Systems) gehört zu den Mobilfunktechnologien der dritten Generation (3G). UMTS ist eine der 3G-Technologien, die in verschiedenen Teilen der Welt verwendet werden. UMTS kombiniert die 3G-Technologie mit dem GSM-Standard, zu dessen Nachfolge diese Norm ursprünglich geschaffen wurde.
Zielland
Das Land (im Gegensatz zum Heimatland) in das Sie reisen, d.h. in dem Sie am „Roaming“ teilnehmen.