Ein Jahr in der EU: Bulgarische und rumänische Abgeordnete ziehen Bilanz

Vor gut einem Jahr sind Bulgarien und Rumänien der EU beigetreten. Innerhalb dieses Jahres fanden in beiden Ländern Wahlen zum Europaparlament statt – in Bulgarien im Mai und in Rumänien im November. Wir haben einige Abgeordnete gebeten, eine Bilanz des ersten Jahres in der EU zu ziehen

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Welche Veränderungen haben sich in den letzten 12 Monaten für die Bürger Ihres Landes durch den EU-Beitritt ergeben?
 
Marusya Lyubcheva (SPE, Bulgarien): „Bulgariens Bürger haben nun ein größeres Selbstbewusstsein, weil Bulgarien nun Teil der europäischen Familie ist. Bulgariens EU-Mitgliedschaft hat zu einer größeren wirtschaftlichen Stabilität geführt. Die von Skeptikern vorausgesagten Verwerfungen und Krisen sind nicht eingetreten. Wir beginnen von den Struktur- und Kohäsionsfonds der EU Nutzen zu ziehen; die Programme wurden genehmigt und die Durchführung der ersten Projekte hat begonnen und viele Bulgaren sind daran beteiligt."
 
Welche Aspekte Ihrer Arbeit im Parlament sind für die Bürger Ihres Landes am bedeutsamsten?
 
Petya Stavreva (Europäische Volkspartei - Europäische Demokraten, EVP-ED, Bulgarien): „Ich habe bei der Weinmarktreform die Position des Berichterstatters unterstützt, die den Interessen der bulgarischen Weinproduzenten entspricht, was die Zugabe von Zucker angeht. Meine Arbeit mit landwirtschaftlichen Organisationen und Berufsverbänden ist sehr wichtig um Rückmeldungen zu bekommen und fachliche Meinungen direkt von der Quelle. Deren Standpunkte sind sehr wichtig für mich für die Diskussionen im Agrarausschuss."
 
Marian-Jean Marinescu (Europäische Volkspartei - Europäische Demokraten, EVP-ED, Rumänien): „Steuern, Arbeitsverträge, die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die Qualität von Dienstleistungen, Verkehrssicherheit, Bürgerrechte und Sicherheit. All diese Themen und viele mehr werden von unserer Arbeit beeinflusst und so können wir dazu beitragen die Lebensverhältnisse der Bürger zu verbessern."
 
Was könnte Ihrer Meinung nach zu einer höheren Wahlbeteiligung bei den nächsten Europa-Wahlen im Juni 2009 beitragen?
 
Metin Kazak (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa, ALDE): „Mehr Bewusstsein für die aktuellen Themen im Parlament und seine Bedeutung im Entscheidungsprozess. Auch sollte ein Sinn für die europäische Staatsbürgerschaft und für europäische Themen durch informelle Bildung gefördert werden."
 
Adrian Severin (Rumänien, SPE): „Wenn die Bürger verstehen, dass die EU ein Mehr an Sicherheit bedeutet, individuell, gesellschaftlich, national und international, dann werden sie eine Loyalität zur EU entwickeln. Beweis dieser Loyalität wird die Wahlbeteiligung sein.“